Vor den Herbstferien fuhren die Geographie-Basiskurse nach Freiburg in das Vauban-Stadtviertel. Den Bericht von Herrn Kubacki lesen Sie im Folgenden.

Exkursion der Geographie-Basiskurse nach Freiburg
Wie schafft man nachhaltigen Wohnraum für eine wachsende städtische Bevölkerung?

Es ist 10 Uhr am Montagmorgen und die komplette Jahrgangsstufe 12 steht vor dem Green-City-Hotel im Freiburger Stadtteil Vauban. „Schaut euch bitte mal das gegenüberliegende Parkhaus an und merkt euch diesen Standort gut, wir werden später noch darauf zurückkommen“, fordert unsere Exkursionsleiterin vom Freiburger Futur Lab die Schülerinnen und Schüler auf. 
Im Rahmen des vom Curriculum vorgegebenen Exkursionstags besichtigten die drei Geographie-Basiskurse am 19.10.2026 den Öko-Stadtteil Vauban, um eine Modellstadt für nachhaltiges Wohnen und Leben aus erster Hand und vor Ort kennenzulernen. Die ehemalige Lehrerin, die uns durch das Viertel begleitet, ist zugleich Bewohnerin dieses Stadtteils und weiß aus eigener Erfahrung von den Anfängen beim Bau bis zu den Herausforderungen in neuester Zeit zu berichten.

So kommt sie auch sehr schnell auf das anfänglich erwähnte Parkhaus zu sprechen, wenn man die Wege durch die Häuserreihen schlendert und einem auffällt, dass der öffentliche Raum eben nicht von Kraftfahrzeugen zugeparkt wird - jeder Bewohner muss sich beim Bezug einer Wohnung einen Parkplatz im Parkhaus kaufen und das eigene Auto, sofern vorhanden, dort abstellen. Dieses Mobilitätskonzept ist jedoch nur ein Baustein der voll auf Nachhaltigkeit ausgelegten Stadt: So gehört dieses Viertel zu den am stärksten verdichteten Räume in Freiburg, Regenwasser wird nicht in die Kanalisation unwiederbringlich abgeleitet und so genannte Grünspangen sind topographisch so angelegt, dass sie die abendlichen Hangwinde der umliegenden Hügel einfangen und als großflächige Klimaanlage den Stadtteil im Sommer herunterkühlen.

Auch den sozialen Aspekt von Nachhaltigkeit lernen die Schülerinnen und Schüler kennen: Keine fremden Investoren bauten einst unter der Prämisse der Gewinnorientierung die architektonisch sehr vielfältig gestalteten Reihenhäuser. Es waren genossenschaftlich organisierte kleine Baugruppen, die sich Kosten und Planung untereinander aufteilten und so auch die Grundlagen für das spätere gemeinsame Wohnen legten: Einem Verkauf der eigenen Wohnung muss zum Beispiel von allen weiteren Mitgliedern der Genossenschaft zugestimmt werden - Wohnen wird somit wieder zu einer Daseingrundfunktion und nicht zum Spekulationsobjekt.

Nach zwei Stunden Führung durch Vauban verabschiedeten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem für unsere Exkursionsleiterin verdienten Applaus und machten sich auf zum nachmittäglichen Kontrastprogramm, zu einer Stadtrallye im mittelalterlichen Stadtkern Freiburgs rund ums das Münster und seinen engen Gassen. Die ein oder andere Schülerin wurde von uns Lehrern in der Markthalle oder vor dem Eistand entdeckt, auch das eine nicht zu unterschätzende städtische Daseingrundfunktion für unsere doch sehr getakteten Abiturienten und Abiturientinnen: Erholung!.

So ging schließlich um 17 Uhr vor der Europahalle ein lehrreicher und gleichzeitig schöner Ausflug in die heimliche Öko-Hauptstadt Deutschlands zu Ende, der nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung des Fördervereins möglich gemacht wurde - ein herzliches Dankeschön hierfür!